Nicolaus Jarre erklärt seine Arbeit als Bürgermeister

Seid gegrüßt. Wenn ich mich vorstellen darf, mein Name ist Nicolaus Jarre. Ich bin Bürgermeister seit 1650. Meine Frau heißt Margarethe Morsius, sie ist meine zweite Frau. Meine erste, Anna Schötteringk, ist leider früh gestorben. Ich habe 3 Töchter und 2 Söhne und von ihnen 18 Enkel und Enkelinnen. Ich bin am 19. November 1603 in Hamburg geboren. Mein Vater war Kaufmann. Um Bürgermeister zu werden, sollte man heutzutage Jurist sein. Doch nicht deshalb, sondern der Bildung wegen bin ich auf die Universitäten in Wittenberg, Thüringen, Straßburg und Basel gegangen. In Basel habe ich auch meine Doktorarbeit geschrieben. Ich kehrte nach Reisen in Frankreich und Italien zurück nach Hamburg. Bevor ich Bürgermeister wurde, war ich in vielerlei Diensten der Stadt: als Berater am Niedergericht, als Vertreter der Bürgerschaft, Gesandter und schließlich als Ratsherr. Als Bürgermeister habe ich viel zu tun, ich reise auch dauernd, um Verträge mit Städten zu schließen zum Wohle Hamburgs. Sonst führe ich Gespräche mit dem Rat, um seine Meinung in meine Entscheidung einzubinden. Ich mache aber nicht alles alleine, es gibt immer vier Bürgermeister, zwei sind dabei immer im Amte und ich bin einer davon. Außerdem habe ich 14 Jahre meiner Amtszeit mit Bartholt Moller vom Baum, dem berühmten Garten- und Pflanzenforscher zusammengearbeitet. Er war Bürgermeister und betrieb noch solche Studien. Welch ein gelehrter Herr! Ich stehe für die Stadt auch mit meinem Vermögen ein: Wenn ich zum Beispiel reisen musste, musste ich es erst mit meinem eigenen Geld bezahlen, danach bekomme ich es wieder. Das wichtigste aber ist, stets vorsichtig und bedächtig zu planen. Nur so kann man Frieden und Handelsfreiheit erhalten. Vor allem kümmere ich mich dabei um das gute Verhältnis zu den dänischen Königen. Denen sollte man sich als aufstrebende Stadt nicht in den Weg stellen. Aber ich habe auch ein Herz für die unverschuldet Armen in der Stadt und hoffe, ihnen mit einer Stiftung bald helfen zu können.

Das Rathaus von innen

Das Rathaus stand an der Trostbrücke, der Grenze zwischen der Alt- und Neustadt Hamburgs.
Es ist unterteilbar in vier Teile: ganz links an der Trostbrücke war das Niedergericht; dort wurden Urteile gefällt. Daneben ist ein größeres Gebäude, das alte Rathaus. Es wurde im Mittelalter erbaut. Früher war es das Hauptgebäude, als jedoch 1600 ein neuerer Anbau, das so genannte neue Rathaus, mit drei Stockwerken dazu gekommen war, ist dies zum Hauptgebäude geworden. Wenn man das Rathaus genauer betrachtet, fällt auf, dass die linke Seite, eine etwas andere Fassade hat (siehe Fenster) als die rechte Seite welche erst 1649 dazu erbaut wurde. In diesem Teil gab es jedoch keine Ratsräume, sondern eine Bank.
Man verlegte sie 1651 dorthin, da im Rathaus größtenteils über Geld geredet und diskutiert wurde, die Bank jedoch ganz woanders war. 1649 wurde jedoch nicht nur das Bank-Gebäude dazu gebaut, sondern auch ein Ratsturm wurde auf dem jetzigen Hauptgebäude aufgebaut.
Wenn man durch den Haupteingang des neuen Rathauses eintritt, sieht man eine bestimmte Aufteilung der Zimmer – sie ist in jedem der drei Stockwerke so vertreten. Sie liegen genau neben der Hamburger Bank.
Man steht in der Vordiele, welche mit einem großen Kamin geschmückt ist, auch ein Gewölbe gibt es dort zu betreten, doch nicht jedermann weiß, dass dort die Silberschätze aufbewahrt werden.
Von der Vordiele aus kann man in den Registratur-Raum gehen. Dort ist die Schriftgutverwaltung. Im zweiten Stock liegen noch weitere Räume. Sie kann man von einem Vorplatz aus erreichen, Z. B. den Raum in dem der Herrenzoll, überwacht wurde, einen Saal, in dem die Oberalten sich zu bestimmten Angelegenheiten versammelt hatten oder eine Landstube, sie war ein Versammlungsort der Landesstände. Das dritte Stockwerk wurde lediglich zur Aufbewahrung von Akten und Dokumenten genutzt, wie auch das dritte Stockwerk der Bank.
Von dem Vorplatz kann man jedoch auch durch einen Durchgang in den zweiten Stock des alten Rathausgebäudes gelangen. Man steht nun in einem langen Korridor, welcher rechts zu einem großen Saal, der Laube, führt. Dort fanden größere Veranstaltungen statt oder sogar Feste. Links sind vier kleinere Zimmer, die Archisen. In jedem der Zimmer wurde ein bestimmtes „Nahrungs-“ Mittel überwacht, das heißt, es wurde geguckt, wie viel Korn, Bier, Vieh oder Wein es wo zu kaufen gibt, wie die Qualität ist und ob die Steuern dafür bezahlt werden.
Wenn man den Korridor hinunter geht, findet man eine Treppe, die in den ersten Stock des Gebäudes führt. Man sieht die Vorhalle, die, wenn man links herum geht, zu einer großen Halle mit Steinboden übergeht. In der großen Halle ist auch ein „Gehege“. Es ist nur durch niedrige Wende abgetrennt, an denen Bänke mit Kissen befestigt waren. Dort beraten sich die Ratsherren. Außerdem war ein großer Tisch mit einer Bibel und eventuell Gebetsbüchern vorhanden. In dem Gehege fanden fast alle Sitzungen statt. Außer der Vorhalle, der großen Halle und dem Gehege gab es auch noch eine Vorkammer, eine Kammer und einen Anbau, der 1516 gebaut wurde. Dort gibt es eine Schreiberei und einen Rentenbücherraum. Wenn man nun in das zweite Geschoss des Anbaus gehen möchte, steht einem die Treppe in dem Rentebücherraum zu Verfügung. Dort gibt es eine Weinbude, in der Verhörungen und Beratungen stattgefunden haben.
Wenn man durch den Haupteingang des alten Rathauses gehen möchte, sieht man rechts davon einen Kellereingang. Dort wurden hauptsächlich Weinvorräte gespeichert.
In dem Niedergericht rechts an der Trostbrücke gibt es nur zwei Räume: den Niedergerichtsraum und ein. Verbindungszimmer.

Symbolbeschreibung

Auf dem kleinen Rathausportal sind zwei Löwen, welche das Wappen Hamburgs halten, zu erkennen. Die beiden Löwen auf dem Portal bedeuten Stärke, Stabilität und dass die Stadt Hamburg auf eigenen Füßen stehen kann. Das Wappen von Hamburg soll Stärke in Militär und Handel zeigen und dass die Bewohner beschützt werden. Das Gebäude ist die Hammaburg, sie steht für Stärke und eine gute, stabile Stadt. Die offenen Tore bedeuten, dass die Menschen von Hamburg aus Handel treiben wollten. Der Turm in der Mitte ist der Dom, der rechte und der linke Turm haben jeweils einen Stern darüber, der die „Mariensterne“ zeigt, denn die Gottesmutter galt als Patronin der Stadt.