Das Leben des Pastors der St. Petrikirche

Mein Name ist Johann Karl Wilhelm Alt. Ich bin am 1. Oktober 1797 in Hoyerswerda geboren. Ab dem Jahr 1810 habe ich mich im Ortsteil Schulpforta aufgehalten.
Mein Theologiestudium begann ich im Jahr 1814 in der Universität Leipzig, ab 1817 studierte ich an der Universität Halle. Mein theologisches Examen absolvierte ich im Herbst 1817. In der folgenden Zeit arbeitete ich als Hauslehrer für eine adlige Familie.
Ab 1819 setzte ich in Merseburg unter der Leitung von August Neander meine Ausbildung zum Prediger fort.
Ich wurde 1821 zum Doktor der Philosophie ernannt.
1823 begab ich mich auf den Weg nach Eisleben und wurde Diakon.
Ab 1829 wirkte ich schließlich als Pastor, 24. Mai 1835 als Hauptpastor an der Hauptkirche Sankt Petri in Hamburg.
Nach meinem Tod in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember 1869, im Alter von 72 Jahren, trauerten meine zwei Söhne um mich. Einer wurde Arzt, der andere Jurist.
Das fürchterlichste, was ich erleben musste, war der Brand meiner Kirche. St. Petri vor dem Brand, mit dem schönen Portal über dem Leichhaus und den mittelalterlichen Gestühlen, das war eine ehrwürdige Kirche. Dort verkündete man das Wort Gottes seit Jahrhunderten im gleichen Umfeld. Nun ist alles schlicht und simpel. Aber was konnte ich als Zugewanderter sagen, in der Brandnacht? Da haben die Hamburger entschieden, was zu retten war und was nicht. Doch dann, als das Feuer kam, da war mir das alles egal, der Herr möge uns beschützen, dass wir das nicht noch einmal erleben. Die Kirche brannte, man hatte das Gefühl, die alten Backsteinmauern würden glühen, und dann barst der Turmhelm und das Feuer brach aus dem Turm heraus wie aus einem speienden Vulkan. Wir können von Glück sagen, dass der Herr uns unser Leben rettete!

Symbole des Petriportals

Durch das Leichhaus und das Portal wurden die Toten zur Beerdigung gebracht. Daher enthielt das Portal ein großes Versprechen. Nach seinem Tode, im Reiche Gottes, wird der Mensch, der in dieser Kirche eingesegnet wird, von Gott Gerechtigkeit und Erlösung erhalten. Dies wird durch die beiden Frauen mit dem Schwert und dem Kreuz symbolisiert. An der Seite des Tores stehen die vier Evangelisten mit ihren Symbolen, Matthäus mit einem Menschen, Lukas mit einem Stier, Johannes mit einem Adler und Markus mit einem Löwen. Sie sind der Halt und der Rahmen für den Christen.
Über den vier Evangelisten und der Gerechtigkeit sowie die Erlösung Gottes sieht man Christi Himmelfahrt und das Pfingstwunder. Durch diese beiden Ereignisse haben die Menschen Gott besser verstehen können und haben angefangen, ihren Glauben zu verbreiten.